Klassenfahrt nach Fehmarn

Willkommensklassen auf "Großer Fahrt" nach Fehmarn!

Vom 16.04. bis 20.04. waren Frau Kondritz, Herr Sand, Herr Rohleder und ich mit 42 Schülern und 3 Schülerinnen unserer 5 Wiko-Klassen auf Klassenfahrt in Burg auf Fehmarn. Die Anreise erfolgte mit einem, für unsere Schüler gebuchten, Reisebus.

Unsere Unterkunft war eine Jugendherberge des DJH, wir wurden mit Vollpension verpflegt. Wie in Jugendherbergen üblich wurden die Schüler entweder in 4-Bett, 5- Bett oder 6- Bett Zimmern untergebracht.

Das Rahmenprogramm bildete der, von dem Anbieter Go Bildung, angebotene Film Workshop, bei dem die Schüler von einem Trainer angeleitet wurden einen Film mit dem Handy selbst zu erstellen.

Weitere Ziele der Klassenfahrt waren:

- handlungsbezogenes Lernen -Anwendung der im Unterricht erworbenen sprachlichen Kompetenzen 

- landeskundliches Lernen – Entdecken Deutschlands auch außerhalb der Großstädte - Entwicklung eines erweiterten Blickfelds für die Umwelt

- Förderung der Gruppenzusammengehörigkeit - Miteinander als etwas Positives   erleben

- Stärkung sozialer Kompetenzen – Teamfähigkeit – Position und Aufgabe in der Gruppe finden – Stärkung der Eigenverantwortung

- Regeln als sinnvolle Ordnungsprinzipien für eine funktionierende Gemeinschaft akzeptieren

Während der 5 Tage mit unseren Schülern stand das gemeinsame Entdecken des Ostseestrands und der Insel im Vordergrund. Die Neugier und Begeisterung unserer Schüler waren geweckt. Einmal am Strand wollten sie nur ungern in die Jugendherberge zurück. Auch das unerwartet sonnige und warme Wetter nach einem langen Winter führte zu einem starken Bedürfnis nach Bewegung im Freien.

Der gebuchte Film- Workshop ging größtenteils an den Interessen/Bedürfnissen vieler Schüler vorbei. Auch die Durchführung des Workshops war ein Grund für das mangelnde Interesse unserer Schüler. Der von Go Bildung gebuchte Trainer hatte Schwierigkeiten sich auf das Lerntempo, die Vorbildung/Abstraktionsvermögen und den Sprachstand der Schüler einzustellen. Die Schulungen waren zu lang und zu theoretisch, die Schülerzahl viel zu groß. Obwohl wir Lehrer die Schulungen begleitet und den Trainer unterstützt haben, waren viele Schüler überfordert und brachen weg.

Am Ende der Fahrt konnten dennoch 2 Gruppen ihren Film und ein Schüler seine Klassenfahrtfotos mit Musikuntermalung präsentieren.

Als Reaktion auf die schwierige Umsetzung des Filmprojekts boten wir Alternativen in Form von Strandwanderungen, Klettern an einer 40 Meter hohen Silowand und zwei langen Fahrradtouren über die Insel mit Besichtigung eines Leuchtturms.

Diese Flexibilität und Spontaneität öffnete Räume für weitere Aktivitäten wie Fußball- und Kartenspielen, schwimmen und vieles mehr. Dies alles erfolgte in Selbstorganisation.

Unsere Schüler haben sich während der 5 Tage kooperativ, zuverlässig, freundlich und offen gezeigt. Beim Erlernen neuer Fähigkeiten wie Fahrradfahren oder Klettern waren sie wissbegierig, konzentriert und verhielten sich verantwortungsbewusst.

Sowohl während der Mahlzeiten im Speiseraum als auch nachts auf den Zimmern (Einhaltung der Nachtruhe ab 22 Uhr!) war die Stimmung ruhig und entspannt. Alkohol wurde fast gar nicht und wenn dann in Maßen konsumiert.

Sie haben Kontakt zu einer Gruppe 5. Klässler aufgenommen und mit ihnen gemeinsam Tischtennis und Kicker gespielt. Kaum Berührungsängste gab es auch zu Schülern*innen einer weiteren Gruppe, die eine körperl.-geistige Behinderung hatten.

Sowohl die Betreuer und Lehrer der anderen Gruppen als auch der Herbergsvater haben sich positiv über Auftreten und Verhalten unserer Schüler geäußert.

Die bereits in Klassenkonferenzen behandelten Vorfälle von Drohung und Gewalt stellen eine Ausnahme dar.

Diese Klassenfahrt war für die Schüler wie für uns Lehrer eine neue, ungewohnte und aufregende Situation.

Im Verlauf der Fahrt hatten wir Lehrer die Chance neue, verblüffende Eigenschaften und Talente unserer Schüler zu entdecken. Wir hatten Zeit für Gespräche, die im Schulalltag nicht möglich sind. Einige Schüler haben erstmals über ihre Fluchterfahrungen gesprochen.

Manche Schüler haben die neuen Impulse bereits aufgegriffen und sich über Jugendherbergen an der Ostsee informiert. Ein Schüler ist bereits auf eigene Faust an die Ostsee gereist. Das Interesse und der Mut Deutschland auch außerhalb der Städte zu entdecken ist geweckt.

Im Hinblick auf zukünftige Klassenfahrten streben wir gründlichere und detailliertere Absprachen über das gebuchte Projekt mit dem Anbieter an.

Obwohl unsere Flexibilität und Spontaneität Teil des Erfolgs war, ist eine genauere Planung des Programms und der Aufgabenverteilung unter Kollegen sinnvoll.

Die Vorbereitung der Klassenfahrt war mit einem hohen Aufwand verbunden, da für jeden einzelnen Schüler ein Antrag auf Kostenübernahme beim Jobcenter oder Lageso gestellt werden musste. Für einzelne Schüler sogar mehrmals. Wir werden zukünftig bereits zu Beginn des Schuljahrs mit der Planung beginnen.

Ich möchte mich bei meinen Kollegen*innen ausdrücklich für ihre Mitarbeit und die konsequente Unterstützung der Idee eine Klassenfahrt zu planen und durchzuführen bedanken. Ohne das Engagement und die Hartnäckigkeit des Teams (z.B. beim Ausfüllen der Anträge zur Kostenübernahme) wäre diese Klassenfahrt nicht möglich gewesen.

Andrea Sprengel